Jüngstes Beispiel ist die Zusammenarbeit von Anglo American Platinum und Umicore.

 

Ziel der beiden ist es, die Speicherung von Wasserstoff zu vereinfachen und zum Antrieb von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen zu nutzen. Der wasserstoffbetriebene Transport soll so verbessert werden. Umicore ist ein in Belgien beheimatetes Unternehmen, das als führender Anbieter von Katalysatoren gilt. Die südafrikanische Anglo American Platinum ist der weltgrößte Primärproduzent von Platin und sorgt für 38 Prozent des weltweiten Platinangebots.

 

Wasserstoff soll ähnlich wie Benzin oder Öl gehandhabt und transportiert werden können. Dafür wollen die Partner neue Katalysatortechniken entwickeln, welche in die Fahrzeuge eingebaut werden. Dies würde den Betankungsvorgang deutlich vereinfachen. Mit der sogenannten LOHC-Technologie lasse sich der Wasserstoff emissionsfrei und kostengünstig transportieren und einfach an Bord speichern. Die PGM-basierten Katalysatoren, die Umicore und Anglo American entwickeln wollen, könnte die Art und Weise wie Wasserstoff gespeichert und verwendet wird, verändern. Wasserstoff wird an einen Flüssigträger gebunden, die Kompression ist nicht mehr nötig. So kann der Wasserstoff einfacher auf konventionellen Kraftstoffwegen transportiert werden.

 

Benny Oeyen, Executive Head of PGM Market Development bei Anglo American, sagte: „Es gibt eine wachsende Begeisterung für die Rolle, die Wasserstoff bei der Bewältigung der globalen Energieprobleme spielen kann. Um sein volles Potenzial für erneuerbare Energien zu erschließen, müssen wir jedoch die bestehenden Herausforderungen in den Bereichen Transport, Logistik und Infrastruktur lösen“. Der emissionsarme oder -freie Verkehr braucht nun mal Infrastruktur und Betankungsnetze, um Wasserstoff attraktiv zu machen.

 

Noch einfacher dürfte es sein, wenn der Wasserstoff direkt an den Betankungsstellen produziert werden kann. Dies ist die Idee von Clean Power Capital (WKN: A2QG78/ISIN: CA18452D1069) aus den USA. Denn deren Tochterfirma PowerTap Hydrogen Fueling Corp. sorgt für die Wasserstoffherstellung direkt an der Tankstelle. Dabei entfällt die Transportlogistik. Dies kann an bestehenden Tankstellen geschehen und soll zu einem flächendeckenden Wasserstoff-Tankstellennetz in den USA führen.

 

Emissionen müssen reduziert werden, um der Klimapolitik zu genügen. Wasserstoff ist dabei eine Komponente, die an Bedeutung gewinnen wird, nicht nur im Schwerlastverkehr, sondern etwa auch in der Luft oder zu Wasser. In einer aktuellen Untersuchung des Risikomanagement-Unternehmens Fitch zu den Rohstoffen der Zukunft hat man sich auch mit Wasserstoff beschäftigt. Fitch geht von einer rasanten Entwicklung des Wasserstoffsektors in den kommenden Jahren aus. Das Interesse an diesem Bereich ist seit 2020 enorm angestiegen. Dabei ist grauer Wasserstoff, gewonnen aus fossilen Brennstoffen nichts Neues. Blauer Wasserstoff (gewonnen aus Erdgas, mit Kohlenstoffspeicherung) und grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen, werden eine steigende Kommerzialisierung erfahren. Wasserstoff wird sich in den Energierohstoffmärkten integrieren, so die Analyse von Fitch.

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