Das Interesse von Nutzfahrzeugherstellern an Wasserstoff-Trucks wächst. Lieferant von Brennstoffzellen-Systemen ist beispielsweise Bosch.

 

Bosch, weltgrößter Automobilzulieferer, beliefert mit seinen neuen Brennstoffzellen etwa das bekannte Start-up Nikola. Bis 2030 rechnet man bei Bosch mit einem Marktanteil der Brennstoffzelle bei schweren Nutzfahrzeugen von bis zu 20 Prozent. Dabei werden höhere Stückzahlen auch die aktuell noch hohen Kosten senken. Die neue Brennstoffzelle von Bosch braucht nicht mehr Platz als ein Dieselmotor und kann mit einer Tankfüllung rund 700 Kilometer fahren. Aufgetankt wird in wenigen Minuten. Im nächsten Jahr soll der erste LKW ausgeliefert werden. Daimler Trucks arbeitet mit seiner japanischen Tochterfirma Mitsubishi Fuso Trucks ebenfalls an Brennstoffzellen-LKWs. Fuso will bald die Serienproduktion starten.

 

Auch Brennstoffzellen-Autos sollen den Energie- und Klimawandel voranbringen. Das meistverkaufte Fahrzeug kommt von Toyota, auch der koreanische Konkurrent Hyundai vertreibt Brennstoffzellen-Autos. Viele dieser umweltfreundlichen Fahrzeuge sind aber noch nicht unterwegs. Mit Wasserstoff betriebene Schienenfahrzeuge stoßen hier auf deutlich mehr Interesse. In diesem Bereich gehört Alstom zu den Lieferanten, ebenso wie Siemens, Stadler und Toyota zusammen mit Hitachi. Laut Prognosen sollen bis zum Jahr 2035 allein in Westeuropa 5.400 Dieseltriebzüge ersetzt werden.

 

Damit die umweltfreundliche Wasserstoff-Technologie vorankommt, braucht es einmal ein ausreichendes Tankstellennetz und möglichst grünen Wasserstoff. Wie eine Studie von Wood Mackenzie herausgefunden hat, soll der grüne Wasserstoff schon im Jahr 2030 in bestimmten Märkten in etwa preisgleich sein mit der Wasserstoffgewinnung aus konventionellen Energiequellen. Das Projekt „Hydeal“ soll dabei bis 2030 in Spanien grünen Wasserstoff erzeugen. Die Kosten sollen bei 1,50 Euro pro Kilo liegen und mithilfe von Pipelines bis nach Deutschland geliefert werden.

 

Aktuell ist der grüne Wasserstoff also noch auf dem Weg zum Siegeszug. Der blaue Wasserstoff, bei dem CO2 aufgefangen wird, ist heute mehr das Mittel der Wahl und quasi eine Zwischenlösung. Damit Wasserstoff flächendeckend zur Verfügung steht, wird auch an Transportlösungen geforscht, etwa an speziellen Wasserstoff-Pipelines. Eine solche soll zwischen Lingen und Gelsenkirchen realisiert werden. Interessant ist auch die Forschung an einer Membran. Dabei sollen Erdgas und Wasserstoff im gleichen Netzstrang transportiert und am Zielort wieder getrennt werden können.

 

Noch besser ist allerdings der Ansatz der in den USA beheimateten Clean Power Capital (WKN: A2QG78/ISIN: CA18452D1069). Mithilfe von Anlagen, die von der Tochterfirma PowerTap Hydrogen Fueling Corp. hergestellt werden, kann Wasserstoff direkt an den Tankstellen, auch an den bereits bestehenden, hergestellt werden. Noch ist es blauer Wasserstoff, aber für die Zukunft soll auch grüner Wasserstoff kommen. Die Geschäftsidee von Clean Power Capital ist so effizient, weil aufwendige Transportwege vermieden werden können. Dennoch steckt das Unternehmen noch in den Kinderschuhen und der Markt muss erst noch wachsen. Daher ist ein Investment zwar chancenreich, aber auch spekulativ und nur als Beimischung zu sehen.

 

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